Die brasilianische Küche - Topfgucken im Gastgeberland der WM 2014

Viele Besucher erwartet Brasilien 2014 zur Fussball WM - über die Essgewohnheiten und typischen Gerichte informieren wir schon jetzt.

Was fällt Ihnen - abgesehen von einer erfrischenden Caipirinha - ein, wenn Sie nach der typisch brasilianische Küche gefragt werden? Wenn Sie in der Küche des aktuellen WM-Gastgebers eine bunte und abwechslungsreiche Mischung aus vielerlei gastronomischen Einflüssen vermuten, liegen Sie völlig richtig: In Südamerikas flächengrößtem Staat Brasilien mischen sich Traditionen indianischer Ureinwohner mit portugiesischen, afrikanischen und japanischen Einflüssen, hinzu kommen die überall auf der Welt präsenten nordamerikanischen Essgewohnheiten.

Typische Bestandteile und Zutaten der Landesküche bilden Fisch und Meeresfrüchte, gegrilltes Fleisch, Obst, Reis, Bohnen und Maniok. Letztere, die stärkehaltigen Wurzeln des Cassavestrauchs, sind roh ungenießbar. Gemahlen oder gewürfelt, gekocht und zu Püree oder Brei verarbeitet gilt Maniok ähnlich wie bei uns die Kartoffel als Grundnahrungsmittel.

Zu den unentbehrlichen Gewürzen in einer brasilianischen Küche gehören Knoblauch, Koriander sowie Chilischoten in allen Farben, Größen und Schärfegraden.

Feijoada - typischer Eintopf aus Brasilien

Brasilianische Eintöpfe mit Geschmacksnoten aus der ganzen Welt

Was den Italienern die Pizza, den Spaniern die Paella und (angeblich) den Deutschen Eisbein mit Sauerkraut ist, heißt in Brasilien "Feijoada". Grundlage des kräftig gewürzten Eintopfs sind schwarze Bohnen, dazu gibt es Pökelfleisch und Reis. Die Art und Qualität der Fleischeinlage kann sehr unterschiedlich sein: Ursprünglich kamen Schweineohren, -füße und Bauchspeck hinein - Teile, die einst vom Tisch der Reichen abfielen und den Sklaven zugedacht waren. Moderne Restaurants bringen Feijoada mit eher mageren Fleischstücken auf den Tisch, die auch kulinarisch empfindsamen Gaumen munden. Eine "Feijoada Completa" enthält neben Bohnen, Schweine- und Rindfleisch auch Wurst, Maniok und diverse Gemüse.

Der Verschmelzung verschiedener Kulturen verdanken kulinarisch Interessierte eine große, variantenreiche Auswahl an feinen oder deftigen Eintöpfen und Suppen. Zur pikant-delikaten Kategorie gehört "Moqueca": In einem Sud aus Palmöl, Kokosmilch und Knoblauch gegarte Fischwürfel, Paprika- und Tomatenstreifen vereinen sich zu einer cremigen Suppe, der grüner eine wundervoll frische Würze verleiht. Indianischen Ursprungs ist die berühmte "Tacacá", eine kräftige Brühe aus Maniok, Knoblauch, Zwiebeln und viel Chili, die mit getrocknete Shrimps und Blättern des Jumbastrauchs aromatisch angereichert wird.

Gegrilltes Fleisch, ein Amazonasfisch und sehr viel Obst

Spießbraten und schaschlikähnliche Spieße mit Rind-, Schweine-, Geflügelfleisch, Würstchen, Paprika und Zwiebeln zählen zu den beliebtesten Speisen in den "Churrascarias" (Grillrestaurants). Auf keinen Fall sollten Sie sich auf Ihrer Brasilienreise ein Pirarucu-Gericht entgehen lassen: Dieser Amazonasfisch gilt mit einem Gewicht bis 250 Kilo und drei Metern Länge als größter Süßwasserfisch der Welt. Eine besondere Spezialität ist in Paranussmilch gekochtes Pirarucufilet.

Wer morgens gerne Obst und Süßspeisen isst, wird sich normalerweise im Frühstücksraum eines brasilianischen Hotels wie im Schlaraffenland fühlen: Appetitlich angerichtete Zutaten, wie tropische Früchte wie Mangos, Bananen, Papayas, Ananas, dazu Orangen-, Maracuja- oder Sternfruchtsaft sowie Kuchen, süßes Gebäck und Müsli mit Guaraná-Samen sorgen für einen vitamin- und energiereichen Start in den Tag.

Caipirinha - das wohl bekannteste Getränk in Brasilien

Nicht nur Caipirinha löscht den Durst...

Die erfrischende brasilianische Köstlichkeit mit den Zutaten Cachaca, braunem Zucker und Limetten auf Eiswürfeln oder Crushed Ice ist vermutlich die Spezialität, die die meisten Deutschen als erstes einfällt, wenn von brasilianischer Trinkkultur die Rede ist. "Caipirinha" lässt sich übrigens mit "Kleines Mädchen vom Land" übersetzen.

Zumindest in einer Hinsicht müssen sich die deutschen Fans zur "Campeonato Mundial de Futebol" 2014 nicht umstellen: Inoffizielles Nationalgetränk Brasiliens ist wie bei uns ein gut gekühltes Bier. Allerdings schütten es sich die Einheimischen normalerweise nicht gleich humpenweise hinter die Binde, sondern genießen es aus kleinen geeisten Gläsern. Den Genuss alkoholischer Getränke ergänzen sie meistens durch ein paar Snacks und Appetithäppchen. Mag sein, dass die Anpassung an diese schlaue Sitte dem einen oder anderen Fußballfan einen heftigen Kater erspart.
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