Ingwer - eine Pflanze mit vielen Wirkungen

Ingwer kommt in der Küche und als Arzneipflanze vielfältig zum Einsatz und ist sehr gesund. Verwendet wird der unterirdische Hauptspross, das Rhizom der Pflanze. Bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus wird Ingwer in Indien und in China verwendet, damals wurde er vor allem wegen seiner heilenden Wirkung geschätzt.

Ingwer – Pflanze und Herkunft

Ingwer ist eine ausdauernde Staude mit tiefgrünem, schilfgrünem Laub, die bis zu einem Meter hoch werden kann und eine schuppenartige Blütenähre hervorbringt. Bis die Rhizome geerntet werden können, vergehen 250 Tage. Haben sich die Blätter der Pflanze nach einer Wachstumszeit von 10 Monaten gelb verfärbt, erfolgt die Ernte. Damit sich die Staude weiterhin vermehren kann, werden nur Teile des Rhizoms geerntet. Die Knolle mit gelbem Fleisch und einer hellbraunen Schale gelangt für die Verwendung in der Küche frisch in den Handel. Als Gewürzingwer wird die Knolle getrocknet und zu Pulver verarbeitet. Die Hauptanbaugebiete von Ingwer befinden sich in Indien, in China und in Nigeria, doch wird die Pflanze auch in Australien, Japan und Südamerika angebaut. Nach Europa gelangte Ingwer etwa im 16. Jahrhundert durch spanische Siedler.

Wirkung auf die Gesundheit

Die Inhaltsstoffe Shogaol und Gingerol machen die Schärfe des Ingwers aus, weiterhin enthält Ingwer einen hohen Anteil an ätherischen Ölen, Vitamin C, Mineralstoffen sowie Harzsäuren. Die zahlreichen Inhaltsstoffe machen den Ingwer so wertvoll für die Gesundheit. Gingerol und Shogaol zeigen im Körper eine ähnliche Wirkung wie Acetylsalicylsäure, sie hemmen Entzündungen und lindern Schmerzen. Sogar bei Rheuma sorgt Ingwer für Linderung. Die Ätherischen Öle des Ingwers können Übelkeit und Erbrechen verhindern und eignen sich als Mittel gegen Reiseübelkeit. Viele Krebspatienten leiden während einer Chemotherapie unter Übelkeit. Mit der Einnahme eines Ingwer-Extrakts vor und nach der Behandlung kann man der Übelkeit und Erbrechen entgegenwirken, doch sollte man Rücksprache mit dem Arzt halten. Die Inhaltsstoffe Cineol und Borneol stärken den Magen und wirken verdauungsfördernd. Produkte mit Ingwer lindern Erkältungsbeschwerden, ebenso kann man mit Ingwertee aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehaltes Erkältungen vorbeugen und die Abwehrkräfte stärken. Sogar für die Wundbehandlung kann Ingwer aufgrund seiner heilenden Wirkung äußerlich angewendet werden, so können Umschläge mit Ingwertee zur Behandlung von Hautwunden genutzt werden.

Ingwer in der Küche

In der Küche wird Ingwer zum Würzen verwendet, er hat einen scharfen, würzigen und leicht säuerlichen Geschmack. Er kann als Pulver oder frisch angewendet werden und verleiht den Speisen ein angenehm würzig-säuerliches Aroma mit einer scharfen Note. In asiatischen Gerichten wie Currys und Chutneys wird Ingwer verwendet, er kann jedoch auch in Soßen und Marmeladen für einen besonderen Geschmack sorgen. Zu asiatischen Reisgerichten mit Gemüse und Fisch, aber auch zur Verfeinerung von Geflügelgerichten eignet sich Ingwer hervorragend. Die frische Ingwerknolle wird von ihrer Schale befreit, der Ingwer kann in feine Würfel geschnitten und leicht angebraten werden. Er kann jedoch auch in frischem Zustand an die Speisen gerieben werden. Nicht nur für Hauptgerichte, sondern auch für Obst- und Süßspeisen sowie für Gebäcke kommt Ingwer zur Anwendung. Zu diesem Zweck können kleine Ingwerwürfel kandiert werden. Typische Getränke mit Ingwer sind die alkoholfreie Limonade Ginger Ale sowie Ingwertee.

Ein Rezept für Ingwertee

Ingwertee ist schmackhaft, er wirkt erfrischend und belebend. Für Schwangere ist Ingwertee jedoch nicht geeignet, denn verschiedene Inhaltsstoffe können vorzeitige Wehen auslösen. Für einen Ingwertee benötigt man ungefähr sechs dünn geschnittene Scheiben der Ingwerknolle sowie zwei Tassen Wasser. Die Ingwerknolle wird geschält und anschließend in Scheiben geschnitten. Damit der Ingwer seine Wirkstoffe voll entfalten kann, ist es wichtig, dass die Oberfläche möglichst groß ist. Das Wasser wird zum Kochen gebracht, die Ingwerscheiben gibt man hinein. Nachdem der Tee ungefähr 10 Minuten lang gezogen ist, lässt man ihn abkühlen. Nach Belieben kann man ihn mit Honig, Zitronensaft oder Ahornsirup abschmecken.

Hier noch zwei weitere Rezepte mit Ingwer

Kürbissuppe mit Ingwer (für vier Personen)

Zutaten:
1 Hokkaidokürbis (ca. 500 Gramm)
1 etwas kleinere Ingwerknolle
1 Zwiebel
Öl zum Anbraten
500 ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Currypulver
eventuell geröstete Schinkenwürfel
vielleicht etwas saure Sahne
gehackte Petersilie

Zubereitung:
Den Kürbis zerteilen und schälen, dann in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und würfeln, die Ingwerknolle schälen und reiben. Das Öl im Topf erhitzen, die Zwiebel goldbraun anbraten, dann den Kürbis und den Ingwer zugeben. Alles kurz anbraten, dann mit Gemüsebrühe auffüllen. So lange kochen, bis der Kürbis weich ist. Die Suppe würzen und pürieren. Nach Geschmack kann die Suppe mit gerösteten Schinkenwürfeln, saurer Sahne und Petersilie serviert werden.

Feuriges Quittengelee mit Ingwer

Zutaten:
750 ml Quittensaft (Quitten mit dem Dampfentsafter entsaften oder Saft im Handel kaufen)
500 Gramm Gelierzucker 2:1
1 bis 2 scharfe Chilischoten
1 kleine Ingwerknolle

Den Quittensaft mit dem Gelierzucker verrühren, die Chilischoten in feine Streifen schneiden. Den Ingwer schälen und reiben. Chilischote und Ingwer zum Saft geben und alles unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Etwa vier Minuten sprudelnd kochen lassen, dann eine Gelierprobe nehmen. Beginnt die Probe nach kurzer Zeit zu gelieren, ist das Gelee fertig. Sehr heiß in Gläser füllen und sofort verschließen. Das Gelee kann als Brotaufstrich verwendet werden, doch eignet es sich auch hervorragend zum Würzen von Fleisch- und Fischgerichten sowie zu Reis und zu Gegrilltem.
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