Plastikflaschen - unbedenklich oder schädlich?

Plastikflaschen - Gesund oder schädlich © Hyrma - Fotolia.com

Seit wann gibt es Plastikflaschen?

Seit Ende der 80er Jahren werden PET-Plastikflaschen, Behälter mit Schraubverschluss aus Polyethylenterephthalat, in der Getränkeindustrie als Verpackung eingesetzt.

Viele Hersteller greifen dabei auf das Mehrwegsystem zurück, wobei die Plastikflaschen deutlich dicker und stabiler sind als es bei den Produkten des Einwegsystems der Fall ist.

Nach etwa 20 bis 25 Rückläufen werden die Mehrweg-PET-Plastikflaschen ersetzt. Doch wie gesund sind Plastikflaschen aufgrund der darin enthaltenen Chemikalien wirklich?

Sollte man weiterhin aus Plastikflaschen trinken? Über die gesundheitlichen Auswirkungen der Chemikalien von Plastikflaschen und ihrer Sicherheit folgt hier ein kurzer Überblick.

Die Chemikalien in Plastikflaschen

Eine Plastikflasche hat viele Vorteile:
Sie ist viel leichter als Glasflaschen und zerbricht nicht, wenn sie herunterfallen sollte.

In den letzten Jahren haben jedoch immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass das in den Plastikflaschen enthaltene Wasser durch die Chemikalien der Flasche belastet sein kann.

Forscher der Universität Frankfurt haben in einer Studie nachgewiesen, dass das Material z. B. hormonähnliche Stoffe, wie das weibliche Hormon Östrogen, enthalten kann. Die Östrogen-Belastung des Wassers aus Plastikflaschen ist somit doppelt so hoch als bei Wasser aus Glasflaschen.

Längst in Deutschland etabliert - Trinken aus Plastikflaschen © luna - Fotolia.com

Der Östrogen-Imitator Bisphenol A in Plastikflaschen

Der Hormongehalt in den Plastikflaschen kann folgendermaßen erklärt werden. In Plastikflaschen sowie in vielen anderen Produkten zur Verpackung von Lebensmitteln ist die Chemikalie Bisphenol A, ein Östrogen-Imitator, enthalten.

Sogar im Hausstaub wird diese sogenannte "Alltags-Chemikalie" eingeatmet. Studien zufolge sind die Abbauprodukte von Bisphenol A bei über 90 % der US-Bevölkerung im Urin enthalten.

Welche Auswirkungen der Stoff auf die Gesundheit der Menschen haben kann, ist seit langem umstritten. Während das Umweltbundesamt fordert, den Stoff Bisphenol A auf den Index zu setzen, hält das Bundesinstitut für Risikoforschung dagegen und stuft den Grundstoff für die Herstellung von Plastikflaschen als gesundheitlich unbedenklich ein.

Jedoch kann dieser Meinung damit entgegengesetzt werden, dass die kanadische Regierung im Jahr 2008 den Stoff Bisphenol A in Babyflaschen verboten hat.

Der momentane Forschungsstand - ein Streit um die gesundheitsschädigenden Auswirkungen

Die Entscheidung der kanadischen Regierung ist folgendermaßen zu begründen:

Bisphenol A kann als ein Östrogen-Imitator verheerende Auswirkungen bei Föten und Neugeborenen haben, wenn der Stoff regelmäßig, auch nur in kleinen Mengen, im Körper zirkuliert.

Der Stoff dockt an die Östrogen-Rezeptoren im Körper an, wie z. B. an der Gebärmutter, im Brustgewebe, im Gehirn oder sogar in den Knochen und löst entsprechende Reaktionen aus.

Forscher der University of Missouri führten im Jahr 1998 eine Studie an Ratten durch, die die Wirkung des Östrogen-Imitators auf den Körper untersuchen sollte.

Als Ergebnis hatte sich die Prostata vergrößert, die Spermienqualität war vermindert und die Pubertät setzte durch den Stoff früher ein.

Viele Gegner des Stoffes Bisphenol A gehen sogar noch weiter und zeigen die tiefgreifenden gesundheitsschädlichen Wirkungen von PET-Plastikflaschen auf, die sich in Form von Verhaltens- und Entwicklungsstörungen bei Babys zeigen können oder aber als ein verändertes Sexualverhalten bei Erwachsenen.

Zudem sei der Stoff ebenfalls an der Entstehung von Brust- und Prostatakrebs, Fehlgeburten, Fruchtbarkeitsstörungen sowie Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen beteiligt.

Andere Forscher halten jedoch dagegen, wie z. B. die Umwelttoxikologen der Universität Konstanz, die die Auswirkungen von PET-Plastikflaschen auf den menschlichen Körper als einen "Sturm im Wasserglas" bezeichnen.

Die aktuelle Rechtslage - Bisphenol A sei unschädlich

Aufgrund der geteilten Meinungen hat das europäische Institut für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2008 erneut den Stoff Bisphenol A untersucht und ihn wieder als unbedenklich eingestuft.

Sogar wurde der Grenzwert des Stoffes von ehemals 0,01 auf 0,05 Mikrogramm erhöht und entspricht nun der für Erwachsenen erlaubten Tagesdosis. Die Forscher sind der Meinung, dass der Stoff im Organismus schnell abgebaut werden würde und das sogar Föten und Neugeborene dazu in der Lage wären.

Die Vor- und Nachteile von Plastikflaschen

Die Vorteile der PET-Plastikflaschen liegen auf der Hand und können schnell aufgezählt werden: Die Flaschen überzeugen durch eine handliche Form, ist nicht bruchanfällig und sorgt mit ihrem leichten Gewicht dafür, dass sie in jede Tasche passt.

Im Gegensatz dazu hat das Mineralwasser in Plastikflaschen eine kürzere Haltbarkeitszeit und es verdirbt schneller, als es bei Wasser in Glasflaschen der Fall ist. Zudem sind die Plastikflaschen nicht gasdicht, sodass vor allem bei sehr dünnen, einwändigen PET-Plastikflaschen die Kohlensäure des Mineralwassers schnell entweichen kann.

Wie aus den vorherigen Ausführungen hervorgeht, ist die gesundheitsschädliche Auswirkung der Chemikalien in den Plastikflaschen noch relativ umstritten. Fakt ist jedoch, dass diese Gefahren für den menschlichen Körper durch die Nutzung von Glasflaschen deutlich minimiert sind.

Sollte man weiterhin aus Plastikflaschen trinken ? - Auf der Suche nach Alternativen

Trotz der Studien, die alarmierende Ergebnisse für die gesundheitsschädliche Wirkung von Plastikflaschen hervorbringen, ist die Beweislage dafür noch relativ dünn.

Verbraucher können trotzdem zur Sicherheit möglichst darauf verzichten, Wasser aus Plastikflaschen zu trinken und auf die Glasflaschen zurückgreifen.

Allerdings können auch bei Plastikflaschen bestimmte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden. Z. B. kann das darin enthaltene Wasser gegen Leitungswasser ausgetauscht werden, denn je länger das Wasser sich in der Flasche befindet, desto höher ist der Gehalt der Chemikalien aus den Wänden der Plastikflasche in dem Wasser.

Zudem empfehlen Forschern allen Verbrauchern, die bedenken bei Wasser aus PET-Plastikflaschen haben, auf Leitungswasser zurückzugreifen. Dies ist das in Deutschland am stärksten kontrollierte Wasser, 1000- bis 5000-mal günstiger als Wasser aus Plastikflaschen und zudem deutlich umweltschonender, da es nicht verpackt oder über viele tausende Kilometer hinweg transportiert werden muss.

Dadurch, dass die Entsorgung der Plastikflaschen bei Benutzung von Leitungswasser wegfällt, fällt außerdem weniger Verpackungsmüll an.

Die Lagerung der Plastikflaschen

Wer weiterhin aus Plastikflaschen trinken möchte, kann dies erst einmal unbedenklich tun.

Dennoch sind bei der Lagerung der PET-Plastikflaschen wichtige Aspekte zu beachten. Z. B. sollten die Plastikflaschen vor Sonneneinstrahlung und großer Hitze geschützt werden, denn mit der Höhe der Temperaturen und der Stärke der Sonneneinstrahlung steigt die Menge der ausgetretenen chemikalischen Substanzen aus der Plastikflasche in das Trinkwasser an.

Demnach sollten Plastikflaschen möglichst kühl und an schattigen Orten gelagert werden.

Unser Fazit zu Plastikflaschen

Wir empfehlen, Getränke aus Plastikflaschen zu meiden und nur dann daraus zu trinken, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.
Wir nutzen Google Produkte, die Cookies setzen, mit der Nutzung der Seite stimmen Sie zu. mehr Infos